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Redaktionelles Symbolbild eines kleinen Gletscherrests in felsigem Hochgebirge.
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Deutschlands letzte vier Gletscher verschwinden – das Eis an der Zugspitze verliert weiter Substanz

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Auch Deutschland besitzt noch Gletscher – aber nur noch sehr wenige. Nach Angaben des Bayerischen Umweltministeriums existieren aktuell vier Gletscher: der Nördliche Schneeferner und der Höllentalferner an der Zugspitze sowie der Watzmanngletscher und das Blaueis in den Berchtesgadener Alpen. Der Südliche Schneeferner wird seit 2022 nicht mehr als eigenständiger Gletscher eingestuft.

Die Entwicklung ist besonders drastisch, weil die deutschen Gletscher klein und tief gelegen sind. Sie reagieren deshalb empfindlich auf warme Sommer und schneearme Winter. Bayerische Fachstellen gehen davon aus, dass der letzte deutsche Gletscher bereits Anfang der 2030er-Jahre verschwunden sein könnte.

Die Zugspitze verliert ihr Eis sichtbar

Der Nördliche Schneeferner auf dem Zugspitzplatt ist einer der bekanntesten Eisreste Deutschlands. Seine Fläche und Mächtigkeit sind seit Jahrzehnten stark zurückgegangen. Im Sommer 2026 wurde dort auch der letzte deutsche Gletscherlift abgebaut. Der Betreiber begründete das mit der fortschreitenden Eisschmelze und den dadurch immer schwieriger werdenden Geländeverhältnissen.

Der Südliche Schneeferner hat diese Entwicklung bereits hinter sich: Er war so stark geschrumpft und ausgedünnt, dass Fachleute ihn 2022 nicht mehr als Gletscher klassifizierten. Damit sank die Zahl der deutschen Gletscher von fünf auf vier.

Auch Blaueis und Watzmanngletscher schrumpfen

In den Berchtesgadener Alpen zeigt sich derselbe Trend. Das Blaueis unterhalb des Hochkalters umfasste zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch ungefähr 25 Hektar. 2021 waren es nur noch rund fünf Hektar. Der Watzmanngletscher ist ebenfalls nur noch ein kleiner Rest früher wesentlich grösserer Eisflächen.

Kleine Gletscher können in warmen Jahren besonders schnell Masse verlieren, weil praktisch die gesamte Oberfläche zur Schmelzzone werden kann. Gleichzeitig fehlt ihnen oft ein ausreichend grosses hoch gelegenes Nährgebiet, in dem Winterschnee den Sommer überdauert und zu neuem Firn und Eis wird.

Deutschland steht vor dem Ende seiner Gletscher

Dass ein Industrieland in Mitteleuropa seine letzten Gletscher innerhalb weniger Jahrzehnte vollständig verlieren kann, macht die Geschwindigkeit der Veränderung besonders sichtbar. Dabei geht es nicht nur um Eisflächen: Das Verschwinden verändert das Hochgebirge selbst. Fels wird freigelegt, Schuttflächen wachsen und Wasserabfluss sowie lokale Ökosysteme verändern sich.

Für Deutschland ist die Entwicklung geografisch auf einen kleinen Teil Bayerns begrenzt. Wissenschaftlich ist sie dennoch bedeutend, denn die verbliebenen Eisreste sind direkte Klimaarchive und langfristige Messobjekte. Ihr nahezu vollständiges Verschwinden markiert einen tiefgreifenden Wandel im deutschen Alpenraum.