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5 Grad – und trotzdem Glatteis: Die unterschätzte Gefahr im Herbst

Der Herbst bringt ein tückisches Straßenwetter zurück: Die Luft kann einige Grad über null liegen, während einzelne Fahrbahnoberflächen bereits gefrieren. Besonders nach klaren Nächten kühlt der Boden durch Ausstrahlung zuerst ab. Der Deutsche Wetterdienst weist ausdrücklich darauf hin, dass die Temperatur unmittelbar an der Erdoberfläche unter 0 °C liegen kann, obwohl sie wenige Zentimeter darüber noch positiv ist.

Glatteis ist nicht gleich Eisglätte

Meteorologisch wird unterschieden: Eisglätte entsteht, wenn vorhandene Nässe, Tau, Pfützen oder Schmelzwasser auf einer kalten Oberfläche gefrieren. Glatteis entsteht dagegen durch gefrierenden beziehungsweise unterkühlten Regen oder Sprühregen. Reifglätte wiederum kann entstehen, wenn Reif oder Nebelfrost festgefahren wird.

Warum Brücken und Senken kritisch sind

Brücken können stärker auskühlen, weil sie nicht nur nach oben, sondern auch an ihrer Unterseite Wärme verlieren. In Senken sammelt sich kalte Luft. Dazu kommen schattige Waldstücke, feuchte Fahrbahnen und Bereiche in Gewässernähe. Deshalb kann eine Strecke überwiegend harmlos sein und wenige hundert Meter weiter überraschend glatt werden.

Was Autofahrer daraus lernen sollten

Bei klarer Nacht, hoher Feuchtigkeit und Temperaturen im einstelligen Plusbereich lohnt sich im Herbst besondere Aufmerksamkeit. Ein Lufttemperaturwert allein beschreibt den Zustand der Fahrbahn nicht. Entscheidend sind Oberflächentemperatur, Feuchte und lokale Lage. Besonders am frühen Morgen sollten Brücken, schattige Kurven und Senken defensiv befahren werden.