Tödliche Sturzfluten in New Mexico – nächste Gewitterrunde steht bevor
Im US-Bundesstaat New Mexico bleibt die Hochwasserlage angespannt. Nach heftigen Monsunregen starben auf der Navajo Nation zwei Erwachsene und ein Kind. Nach Angaben des Navajo Nation Council wurden sie in einem überfluteten Gebiet im Raum Two Grey Hills/Newcomb von den Wassermassen erfasst. Die Polizei war am Mittwoch gegen 0.30 Uhr Ortszeit alarmiert worden. Der genaue Hergang wird weiterhin untersucht.
Neue Flood Watch ab Donnerstagmittag
Der National Weather Service (NWS) hat für Donnerstag erneut eine Flood Watch für große Teile New Mexicos aktiviert. Im Nordwesten und in weiteren zentralen und nördlichen Landesteilen gilt sie ab 11 Uhr Ortszeit bis in die Nacht. Betroffen sind unter anderem die Regionen um Farmington und Shiprock; auch andere Gebiete mit empfindlichem Gelände oder früheren Waldbrandflächen stehen unter erhöhter Beobachtung.
Die Formulierung Flood Watch bedeutet: Sturzfluten sind möglich, aber nicht an jedem Ort bereits eingetreten. Erst bei einer Flash Flood Warning besteht für ein konkret abgegrenztes Gebiet eine unmittelbarere Gefahrenlage. Gerade diese Unterscheidung ist wichtig, weil die aktuelle Meldung eine bevorstehende Risikophase beschreibt und kein flächendeckendes Hochwasser behauptet.
Bis zu zwei Inch Regen pro Stunde in starken Gewittern
Für den Nachmittag und Abend erwartet der NWS weitere Schauer und Gewitter. In besonders kräftigen Zellen können ein bis zwei Inch Regen pro Stunde fallen. Umgerechnet sind das rund 25 bis 50 Millimeter beziehungsweise Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Solche Mengen reichen in trockenen und felsigen Landschaften aus, um Wasser sehr schnell in Senken und trockenen Flussbetten zu bündeln.
Der Wetterdienst hebt zusätzlich die bereits hohe Bodenfeuchte hervor. Wo der Untergrund gesättigt ist, fließt neuer Niederschlag schneller oberflächlich ab. Hinzu kommen sogenannte Arroyos – meist trockene Rinnen und Bachläufe, die sich bei Starkregen binnen Minuten füllen können. Auch Straßenquerungen und niedrig gelegene Abschnitte können dadurch überraschend überströmt werden.
Ausnahmezustand auf der Navajo Nation
Die Commission on Emergency Management der Navajo Nation hat den bereits ausgerufenen landesweiten Ausnahmezustand wegen schwerer Monsungewitter, Sturzfluten sowie Schäden an Straßen und Infrastruktur bekräftigt. Einsatzkräfte und Verkehrsbehörden sind weiterhin in betroffenen Gemeinden unterwegs. In einem Abschnitt der U.S. Highway 191 wurden nach Behördenangaben Evakuierungen durchgeführt.
Die Behörden bitten die Bevölkerung, überflutete Straßen und Furten konsequent zu meiden. Fließendes Wasser kann die Fahrbahn unterspülen, Geröll transportieren und Fahrzeuge schon bei vergleichsweise geringer Wassertiefe seitlich versetzen. Besonders nachts ist die tatsächliche Tiefe kaum einzuschätzen.
Aktive Monsunlage hält an
Der NWS beschreibt das Muster als sehr aktive feuchte Monsunlage, die im Bundesstaat noch nicht beendet ist. Für Teile des Nordwestens werden am Donnerstag nochmals hohe Niederschlagssummen erwartet. Entscheidend bleibt jedoch die lokale Gewitterentwicklung: Zwischen Orten mit wenig Regen und Bereichen mit einer Sturzflut können nur wenige Kilometer liegen.
Für die Region bedeutet das einen weiteren kritischen Nachmittag und Abend. Die tödliche Flut vom Mittwoch ist ein bestätigtes Ereignis; die erneute Gefahr für Donnerstag ist eine Prognose und Vorwarnung. Diese beiden Ebenen müssen getrennt betrachtet werden.